Tag: Chow-Chow Fellpflege

  • Der Chow-Chow: Ein umfassender Leitfaden für die richtige Pflege des stolzen “Löwenhundes”

    Der Chow-Chow: Ein umfassender Leitfaden für die richtige Pflege des stolzen “Löwenhundes”

    Mit seiner imposanten Mähne, der unverkennbaren blauen Zunge und seinem stolzen, fast katzenartigen Wesen gehört der Chow-Chow zu den faszinierendsten Hunderassen der Welt. Ursprünglich aus dem alten China stammend, wo er als Schutz-, Jagd- und Lastenhund geschätzt wurde, begeistert dieser charakterstarke Vierbeiner heute Hundeliebhaber auf der ganzen Welt. Doch der “Löwenhund” ist kein Anfängerhund: Neben seinem eigensinnigen Charakter stellt vor allem sein extremes, dichtiges Fell hohe Ansprüche an die tägliche Pflege.

    In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die Fellpflege, Hygiene, Ernährung, Gesundheit sowie die Besonderheiten bei der Haltung eines Chow-Chows.

    Das Fell des Chow-Chows: Pflege intensiv und ohne Kompromisse

    Das augenfälligste Merkmal des Chow-Chows ist sein dichtes, doppelter Pelz. Es besteht aus langem, geradem Deckhaar und einer extrem dichten, weichen Unterwolle. Es gibt zwei Fellvarietäten: den Langhaar-Chow-Chow (weit verbreitet mit der typischen Mähne um Hals und Schultern) und den Kurzhaar-Chow-Chow (Smooth Chow, dessen Fell kürzer, aber ebenfalls sehr dicht ist).

    1. Die Bürstroutine: Wie oft und wie?

    • Außerhalb des Fellwechsels: Der Chow-Chow muss mindestens 2- bis 3-mal pro Woche gründlich gebürstet werden.
    • Während des Fellwechsels: Im Frühjahr und Herbst verliert der Chow-Chow enorme Mengen an Unterwolle. In dieser Phase ist tägliches Ausbürsten absolute Pflicht.

    2. Die richtige Bürsttechnik (Zeilenbürsten)

    Einfach nur über das Deckhaar zu streichen, reicht bei dieser Rasse keineswegs aus. Die Unterwolle verfilzt direkt an der Haut, was unbehandelt zu schmerzhaften Knoten und Hautentzündungen (Hot Spots) führt.

    • Teilen Sie das Fell schichtweise mit einer Hand ab, sodass die nackte Haut sichtbar wird.
    • Bürsten Sie das Haar schichtweise von unten nach oben (von der Haut weg) aus.
    • Nutzen Sie eine hochwertige Zupfbürste (Slicker Brush) für das Hauptfell und einen Metallkamm für die Kontrolle.

    3. Besondere Problemzonen beachten

    Achten Sie beim Bürsten besonders auf die Stellen, an denen Reibung entsteht: hinter den Ohren, im Höschenbereich an den Hinterbeinen, in den Achselhöhlen und unter der imposanten Halskrause.

    Baden und Trocknen: Ein zeitintensiver Prozess

    Der Chow-Chow muss nicht ständig gebadet werden, da sein Fell Schmutz im trockenen Zustand recht gut abstößt. Ein Bad alle 6 bis 8 Wochen oder bei starker Verschmutzung ist jedoch sinnvoll.

    Wichtige Regeln beim Baden:

    • Vorher gründlich kämmen: Baden Sie niemals einen verfilzten Chow-Chow! Das Wasser zieht die Knoten extrem fest zusammen.
    • Mildes Hundeshampoo verwenden: Nutzen Sie ein rückfettendes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo, das den pH-Wert der Hundehaut schont.
    • Sehr gründlich ausspülen: Shampoo-Reste in der dichten Unterwolle führen unweigerlich zu starkem Juckreiz und Hautpilzen.
    • Das Trocknen ist entscheidend: Ein Chow-Chow trocknet aufgrund seiner Felldichte an der Luft kaum vollständig ab. Feuchte Unterwolle ist der ideale Nährboden für Bakterien. Verwenden Sie einen leistungsstarken Hundeföhn (Blower) auf lauwamer oder kalter Stufe und bürsten Sie das Fell während des Föhnens kontinuierlich aus.

    Ohren-, Augen- und Faltenpflege

    Die spezifische Kopf- und Gesichtsanatomie des Chow-Chows erfordert tägliche Hygieneaufmerksamkeit.

    • Die Augenpflege: Durch die oft tief liegenden Augen und die Hautfalten im Gesicht neigen Chow-Chows zu verstärktem Tränenfluss oder Reizungen. Wischen Sie die Augenwinkel täglich mit einem feuchten, fusselfreien Tuch sanft ab.
    • Hautfalten sauber halten: Kontrollieren Sie die Falten im Gesicht und um die Nase regelmäßig auf Feuchtigkeit und Schmutz. Trocknen Sie diese Stellen gut ab, um Entzündungen zu vermeiden.
    • Ohrenkontrolle: Die kleinen, dicken Ohren sollten wöchentlich auf Ohrenschmalz, Rötungen oder unangenehme Gerüche überprüft werden.

    Ernährung: Das Fundament für gesunde Haut und dichtes Fell

    Ein prachtvolles Fell entsteht nicht nur durch Bürsten, sondern vor allem von innen heraus. Der Chow-Chow stellt besondere Anforderungen an sein Futter:

    • Empfindlicher Magen: Viele Chow-Chows neigen zu Futterallergien oder Hautproblemen. Eine getreidefreie Ernährung mit einer gut verträglichen Proteinquelle (z. B. Lamm, Fisch oder Ente) ist oft die beste Wahl.
    • Essenzielle Fettsäuren: Die Zugabe von Lachsöl oder Leinöl versorgt die Haut mit wichtigen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, was den Glanz des Fells stärkt und Juckreiz vorbeugt.
    • Proteingehalt im Auge behalten: Ein extrem hoher Proteingehalt kann bei manchen Chow-Chows zu Hautirritationen führen. Achten Sie auf eine ausgewogene, hochwertige Zusammensetzung.

    Hitzeempfindlichkeit: Schutz im Sommer

    Durch seine dichte Unterwolle und seine verkürzte Schnauze verträgt der Chow-Chow Hitze extrem schlecht. Im Sommer droht schnell ein gefährlicher Hitzschlag.

    • Schatten und Kühlung: Verlegen Sie Spaziergänge in den heißen Monaten auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden.
    • Keine Rasur! Scheren Sie Ihren Chow-Chow im Sommer niemals kahl. Das Fell dient nicht nur als Isolierung gegen Kälte, sondern auch als natürlicher Schutz vor Hitze und Sonnenbrand. Zudem wächst die Unterwolle nach einer Rasur oft zerstört und verfilzt nach.

    Gesundheit und Gelenkschonung

    Aufgrund seines kompakten Körperbaus und der steilen Winkelung der Hinterbeine neigt der Chow-Chow zu bestimmten gesundheitlichen Schwachstellen:

    1. Hüft- (HD) und Ellenbogendysplasie (ED): Vermeiden Sie im ersten Lebensjahr exzessives Treppensteigen und langes Laufen auf hartem Boden.
    2. Entropium (Rolllid): Eine Fehlstellung des Augenlids, bei der die Wimpern auf der Hornhaut reiben. Dies muss oft tierärztlich behandelt werden.
    3. Gewichtsmanagement: Übergewicht belastet die Gelenke des Chow-Chows massiv. Halten Sie ihn stets schlank und fit.

    Fazit

    Der Chow-Chow ist ein majestätischer, treuer und würdevoller Hund, der seinem Halter bedingungslose Loyalität schenkt. Seine Pflege ist jedoch kein Nebenerwerb: Das stetige Bürsten der dichten Unterwolle, die sorgfältige Gesichtshygiene und die Anpassung an seine Hitzeempfindlichkeit erfordern viel Zeit, Geduld und Disziplin. Wer bereit ist, diese Mühe zu investieren, wird mit einem gesunden, prächtigen Gefährten belohnt, der überall Bewunderung auf sich zieht.